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anything

Was ist ein FabLab?

Ein FabLab (fabrication laboratory) ist eine offene Werkstatt, die auf computergesteuerte Fertigung ausgerichtet ist. Ziel eines FabLabs ist es, dass jeder seine Ideen in die Tat umsetzen kann. Dazu werden High-Tech-Maschinen und das nötige Wissen zur Verfügung gestellt, sodass ansonsten Unmögliches verwirklicht werden kann.
FabLab sind offen

Die FabLab-Bewegung ist aus der Vorlesung “How to Make (Almost) Anything” von Professor Neil Gershenfeld am Center for Bits and Atoms des renommierten Massachusetts Institute of Technology hervorgegangen. Für diese Veranstaltung schaffte Professor Gershenfeld eine Werkstatt an, die er seinen Studenten zur Verfügung stellte.

Der Ansturm auf die Vorlesung überraschte ihn – viele kamen, weil sie schon immer eine Idee verwirklichen wollten, aber nie die Gelegenheit und Voraussetzungen dafür hatten, die es im Rahmen dieser Veranstaltung gab.

FabLab sind digital

Die Ausstattung eines FabLabs besteht zum größten Teil aus digitalen Maschinen. Durch die computergestütze Entwicklung können selbst komplexe und detailreiche Werkstücke einfach entworfen und präzise gefertigt werden. Zur Standardausstattung eines FabLabs gehören Maschinen und Werkzeuge zum

  • Schneiden und Gravieren (Lasercutter, Folienschneider)
  • subtraktiven Arbeiten (CNC-Fräse)
  • additiven Arbeiten (3D-Drucker) und
  • Herstellen und Bestücken (Lötkolben) von Leiterplatten

Die Nutzung der FabLabs ist dabei in der Regel kostenlos – die Nutzer tragen lediglich die Kosten der verbrauchten Materialien.

Professor Gershenfeld vergleicht die Verfügbarkeit von hochpräzisen digitalen Fabrikationsmaschinen für Privatleute dabei mit dem Übergang von Mainframes zum Personal Computer: Während der Zeit der Mainframes war der Zugang zu den großen, sündhaft teuren Computern wohl ebenso rar gesät wie heutzutage der Zugang zu professionellen Produktionsmaschinen; mit den FabLabs ändert sich das. Vermutlich wird man in 20 Jahren genauso selbstverständlich eine Obstschale aus dem Internet herunterladen wie heutzutage eine MP3-Datei.

FabLab sind global

Aus der am MIT entstandenen Idee hat sich eine globale Bewegung entwickelt. Aktuell verdoppelt sich die Anzahl von FabLabs weltweit jährlich. Das erste FabLab Deutschlands eröffnete Ende 2009 an der RWTH Aachen. Neben dem Stammland, den USA, in dem es im Oktober 2011 22 offene Werkstätten gab, ist die Bewegung auch in Europa vertreten, etwa in Belgien, Frankreich, Island, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, der Schweiz und in Großbritannien. Selbst vor dem afrikanischen Kontinent macht die Idee nicht halt.

Diese über den Erdball verteilten Einrichtungen gehören rechtlich keiner gemeinsamen Vereinigung an – dennoch dient das MIT als Ausgangspunkt der Bewegung als zentraler Dachverband und Ansprechpartner. Ansonsten organisiert sich die Community weitestgehend über das Internet selbst.

FabLab sind vernetzt

Im Umgang mit Maschinen und Verfahren macht man viele wertvolle Erfahrungen. Ein zentraler Gedanke der FabLab-Bewegung ist diese Erfahrungen weiter zu geben, sodass andere Nutzer der FabLabs daraus lernen können. Diese Idee ist in der Fab-Charta festgehalten.

Zudem sind die FabLabs bemüht Informationen gemäß der Charta nicht nur innerhalb des Labs weiter zu geben, sondern auch mit jedem, der sich dafür interessiert zu teilen. Dazu vernetzen sich die einzelnen FabLabs über das Internet, kommunizieren per Email oder Skype und halten zum Beispiel Videokonferenzen ab. Die meisten deutschen FabLabs sind mit im Verbund offener Werkstätten organisiert.

Credits für diesen Text: FAU FabLab